Grauer Star OP – erfolgsversprechend mit nur wenigen Komplikationen

Tagtäglich warten zahlreiche zu erfüllende Aufgaben auf unsere Augen. Egal, ob es der fordernde Bürojob ist, der ein ständig wachsames Auge vor dem Computer voraussetzt oder ob es auf das abendliche Ritual des Fernsehens hinausläuft – unsere Augen sind immer dabei und werden immer gebraucht.

Anhand dieser Symptome lässt sich der Graue Star erkennen

Diese unermesslich vielen Anforderungen belasten das Auge und können durchaus Ursachen für den „Grauen Star“ sein. Diese sogenannte „Eintrübung der Augenlinse“, die zumeist ab einem Alter von über 60 Jahren auftritt, macht sich durch zahlreiche Symptome bemerkbar. Zumeist kommt es bei Betroffenen zu einem:

Augenuntersuchung Grauer Star © stefan_weis - Fotolia.com

Augenuntersuchung Grauer Star © stefan_weis – Fotolia.com

  • sehr verschwommenen Sehen und
  • zu einer verschleierten Wahrnehmung im Sichtfeld.
  • Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht sowie
  • einer schnelleren Blendung als üblich sind ebenfalls oft eintretende Beschwerden.

 

Die Alternativen zur Operation des Grauen Stars

Anfänglich versuchen viele Betroffene ihre auftretenden, durch den „Grauen Star“ bedingten Sehschwächen mithilfe von Brillen oder Kontaktlinsen zu verbessern. Dies hilft aber nur bei einem sich sehr langsam ausbreitenden und – zum Zeitpunkt der Benutzung – noch schwach ausgeprägten Krankheitsbild. Auch gibt es zahlreiche Medikamente, die Beschwerden mildern können – auch aus dem Naturheilkundebereich. Letzterer ist vor allem auch auf eine gesunde Ernährung – etwa an viel Vitamin A und Vitamin C – aus, die zur Gesundheit der Augen und der Erhaltung der Sehstärke beitragen können.
Sollte der Graue Star aber zunehmend das Alltagsleben erschweren, ist eine OP unausweichlich.


Der Zeitpunkt der Operation

Dennoch: Ein festes Datum zur Operation gibt es nicht. Im Regelfall wird individuell festgelegt, wann operiert wird. Sollte der zuständige (Augen)Arzt eine Eintrübung der Linse feststellen, der Patient allerdings noch keinerlei subjektive Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben spüren, so muss von einer Operation noch kein Gebrauch gemacht werden. Erst dann, wenn durch den „Grauen Star“ zum Beispiel berufliche Schwierigkeiten entstehen, ist es sinnvoll, ein Termin zur operativen Behebung auszumachen.
Für den Erfolg der OP spielt der Zeitpunkt überwiegend aber keine Rolle. Die Heilungschancen sind gut. Für eine einfachere Graue Star Operation sowie einer genaueren Augenvermessung lohnt es sich aber, den Augenarzt in geregelten Abständen aufzusuchen und die Augen überprüfen zu lassen.

Vor der Operation – Was es zu beachten gilt

Bevor eine Operation eingeleitet wird, ist es die Pflicht des zuständigen Augenarztes den Patienten über Komplikationen aufzuklären. Ermittelt werden hier Pros und Contras des Eingriffes sowie auch individuelle Einschränkungen.
Sollte der Patient an weiteren Augenkrankheiten leiden, wie etwa den oft durch Augeninnerdruck gekennzeichneten „Grünen Star“, so ist ein Erfolg einer Operation weitaus geringer als üblich. Aus diesen Gründen ist es wichtig, sich ausführlich ärztlich beraten zu lassen, um wissen zu können, ob eine OP sinnvoll ist und was man sich von dieser überhaupt versprechen kann.

Die Betäubung und der Ablauf der Operation

Die komplette OP erfolgt unter einem speziell dafür entwickelten Operationsmikroskop und dauert circa 20 bis 30 Minuten. Zuvor erfolgt eine örtliche Betäubung. Dies geschieht entweder durch Augentropfen oder durch eine Spritze, die neben das Auge gesetzt wird. Die Augenlider werden dabei mit kleinen Klammern auseinandergehalten.

    • Zunächst erfolgt durch einen kleinen Schnitt die Eröffnung des Augapfels.
    • Danach wird die sogenannte Linsenkapsel, eine hauchdünne Hülle, die die Linse umgibt, eröffnet. Das ist wichtig, denn nur so kann die getrübte Linse entfernt werden.
    • Durch das Verfahren der Phakoemulsifikation wird der Kern und die Rinde der Linse zerkleinert, zerstäubt und nachher abgesaugt. All dies geschieht mittels Ultraschallschwingungen.
    • Dann wird die künstliche Linse eingesetzt. Auf das Setzen von Nähten wird meist verzichtet.


Grauer Star Operation © bilderzwerg - Fotolia.com

Grauer Star Operation © bilderzwerg – Fotolia.com

Die möglichen Komplikationen während der Operation

Vor der Grauen Star OP wird in den meisten Fällen eine Spritze gesetzt. Das ist die beste und effektivste Methode für die Patienten. Komplikationen wie Schwellungen der Bindehaut oder Blutungen im Auge können jedoch auftreten (jeweils ca. 8%). Bei Augentropfen ist zu beachten, dass die Augenmuskulatur nicht beeinträchtigt wird. Das bedeutet, man kann die Augen bewegen, muss sich aber bemühen in nur eine Richtung zu schauen, um eine erfolgreiche OP zu gewährleisten.

Die Operationen selbst verlaufen meist ohne Zwischenfälle. Komplikationen sind aber auch hier nicht vollständig auszuschließen und können durchaus auftreten. So kann die Linsenkapsel, die eröffnet wird, verletzt werden (ca. 2-3%). Eventuell, wenn auch noch geringer im Auftreten, tritt eine Verletzung des Augapfels oder der Iris ein (ca. 0,1-0,5%).
Die häufigste Komplikation nach einer OP ist eine Schwellung der Netzhaut (ca. 2-3%). Eine Verschiebung der Linse (ca. 0,2-1%) ist sehr viel seltener ebenso wie eine Entzündung des Augeninneren (ca. 0,1-0,2%).

Der Erfolg nach der Operation

90% der behandelten Menschen können nach durchgeführter OP wieder besser sehen als zuvor. Der „Verschleierungseffekt“ ist weg, man sieht wieder klarer und mit mehr Kontrasten. Vorher bestehende Sehschwächen können dabei auch teilweise, manchmal sogar ganz behoben werden. Ein kurzsichtiges Auge kann somit zu einem „gesunden“ Auge operativ umgewandelt werden. Die Nahsehschärfe, die oftmals altersbedingt besteht, kann dabei meist nicht behoben werden. Es sei denn, man stellt die Kunstlinse auf eine gewisse Kurzsichtigkeit ein. Dies schwächt aber wiederum das Sehen in die Ferne.
Die künstlichen Linsen halten indes ein ganzes Leben. Dennoch kann es zu einer erneuten Eintrübung der hinteren Linsenkapsel, auch „Nachstar“ genannt, kommen. Diesen Star kann man per Laser entfernen lassen.

Nachbehandlung nach überstandener Operation

Im Regelfall muss ein Tag nach der Operation ein Augenverband getragen werden – bis es zur Nachuntersuchung kommt. Außerdem werden Augentropfen verschrieben, die es je nach Anweisung unbedingt zu nehmen gilt, um die Genesung zu fördern.

In den ersten Wochen/Monaten sollte auch ein unnötiger Druck auf das behandelte Auge vermieden werden. Das schließt auch das Reiben des Auges mit ein. Da viele Patienten vor ihrer Behandlung nicht mehr in der Lage waren, ihr Auto zu benutzen, ist für sie die Hoffnung groß, dies gleich nach der OP wieder tun zu können. Doch wann genau dies empfehlenswert ist, muss mit dem Augenarzt besprochen werden.
Eine neue passende Brille kann, durch noch eventuelle Veränderung im Sehvermögen (die neue Linse muss sich erst noch „anpassen“), nach sechs bis acht Wochen mit Erfolg verordnet werden.