Grauer Star - Infos über OP und Kosten

Der graue Star oder Katarakt ist eine weitverbreitete Augenerkrankung und weltweit die häufigste Ursache für Erblindung. Durch ihn haben sage und schreibe 15 Millionen Menschen ihr Augenlicht verloren. Er entsteht, wenn Proteine in der Augenlinse zerfallen, verklumpen, sich verfärben und die Linse trüben.


Die Hauptursache

Etwa 90 % der Fälle von Grauem Star sind auf das Alter zurückzuführen. Im Gegensatz zu den Linsen, die wir von Ferngläsern und Fotoapparaten her kennen, ist die Linse des Auges ein lebendes Organ, das genauso wie die anderen Bestandteile unseres Körpers dem Alterungsprozess unterworfen ist. Ähnlich einer Zwiebel bestehen die Augenlinsen aus vielen Zellschichten, die im normalen körperlichen Regenerationsprozess stetig erneuert werden. Sowie sich neue Schichten bilden, werden die benachbarten Schichten für gewöhnlich zusammengedrückt und entwässert, wodurch sie versteifen. Dadurch nimmt die Rinde der Linse mit zunehmendem Alter immer mehr zu und die Linse verliert ihre Elastizität und wird starr. Im Laufe der Zeit können sich zudem die Eiweiße im Linsenkern verändern, sodass sie dunkelgelb, braun oder manchmal fast schwarz werden. Außerdem kann es sein, dass die Fasern in den vielen Zellschichten, die den Kern umgeben, anschwellen oder sich verdrehen, wodurch sich Hohlräume bilden, die sich mit Flüssigkeit und Zelltrümmern füllen. All das zerstreut das Licht und trübt das Gesichtsfeld.

Andere Ursachen

Der Graue Star tritt in seltenen Fällen auch von Geburt an auf. Ein anderer Entstehungsgrund für einen Katarakt kann die mangelnde Fähigkeit des Körpers sein, Zucker zu verarbeiten. Bei Diabetes mellitus wird der Glucosespiegel im Kammerwasser des Auges erhöht. Dadurch wird eine chemische Reaktion ausgelöst, bei der sich in den Linsen der Alkohol „Sorbit“ bildet. Da demzufolge innerhalb der Linsenfasern der Druck ansteigt, nehmen diese aus dem Glaskörper und dem Kammerwasser Wasser auf. Folglich schwellen die Linsenfasern an und zerreißen, was schließlich zur Einbuße der Durchsichtigkeit führt. Unfälle können ebenfalls Auslöser sein. Wird die Linse verletzt oder von einem scharfen Gegenstand durchstochen, kann sie Schaden nehmen oder sich verschieben, was eine Trübung der Sehschärfe zur Folge haben kann. Auch eine drastische Änderung der Ernährungsweise, vor allem bei einem Mangel an Vitamin A, B2 oder C kann die Entstehung des Grauen Stars begünstigen. Außerdem treten verschiedene Strahlungsarten, zu der Entwicklung der Krankheit bei. So kann die UV-Strahlung des Sonnenlichts eine negative Rolle spielen. Röntgenstrahlen, Mikrowellen und andere Strahlungsarten sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Betäubung und Operation

Die beste Methode einen Katarakt zu behandeln, ist eine Grauer Star Operation. Augen-OPs gelten zu den häufigsten am Menschen vorgenommenen operativen Eingriffen. Dass bei einer Grauer Star Operation Komplikationen auftreten könnten, ist äußerst unwahrscheinlich. Bereits in der Antike wurde bei dieser Krankheit der Starstich durchgeführt, wodurch Blinde ihr Augenlicht wiedererlangen konnten. Sicherlich war diese Prozedur zu damaliger Zeit ohne Anästhesie noch sehr schmerzhaft. Inzwischen bekommt man für gewöhnlich vorab ein Beruhigungsmittel und eine örtliche Betäubung, die neben oder hinter den Augapfel gespritzt wird. Alternativ kann eine Variante gewählt werden, bei der das Anästhetikum direkt aufs Auge getropft wird. Der Nachteil dabei ist, dass die Augenmuskeln dabei nicht gelähmt werden. So muss der Patient während der ganzen, 10-minütigen Dauer der Grauer Star OP geradeaus schauen. Eine Vollnarkose ist nur in seltenen Fällen von Nöten, wie etwa, bei einer Parkinsonerkrankung, dem Restless-Legs-Syndrom oder anderen Erkrankungen, die es dem Patienten unmöglich machen, seine Augen ruhig zu halten. Ansonsten wird sie höchstens auf besonderen Wunsch des Patienten verordnet.

Bei der eigentlichen Operation kann dann nach zwei verschiedenen Verfahrensweisen vorgegangen werden. Bei der einen Methode werden die Augenlider auseinandergezogen und der Arzt macht einen kleinen bogenförmigen Schnitt an der Grenze zwischen dem weißen Teil (Lederhaut) des Auges und dem oberen Teil der Iris. Darauf kann die Hornhaut heruntergeklappt werden und der Zugang durch die Pupille zur Linse ist frei. Manchmal wird auch noch ein kleiner Teil der Iris entfernt. Ein besonderes Enzym dient dazu die feinen Muskeln, die die Linse festhalten, aufzulösen, woraufhin diese entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt werden kann. Alternativ kann auch nur eine kleine kreisrunde Öffnung des vorderen Kapselblattes der Linse vorgenommen werden. Bei dieser Operationsmethode wird die Linse mittels Ultraschall zertrümmert und die Bruchstücke durch ein sehr feines Röhrchen abgesaugt. Die Ersatzlinse, die aus sehr elastischem Material besteht, wird dann in gerolltem oder gefaltetem Zustand durch das kleine Loch eingeführt, woraufhin sie sich selbstständig entfaltet und in die richtige Position rutscht.

Kosten

Von allen Operationen, die eine Erblindung verhindern sollen, ist die Entfernung des grauen Stars die erfolgreichste. Die Behandlung des Grauen Star durch Ersatz der natürlichen, durch eine künstliche Linse wird im Allgemeinen von der Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist, dass eine Sehverschlechterung von mindestens 60 % vorliegt. Allerdings gewähren die Kassen nur die Standardbehandlung mit monofokalen Linsen. So ist das Augenlicht des Patienten nach der OP zwar in 98% der Fälle was die Weitsicht betrifft wiederhergestellt, für Nah- und Zwischenbereich, muss aber meist eine Gleitsichtbrille angeschafft werden, die bis zu 1000 € kosten kann. Hierfür gibt es von den Kassen keinen Zuschuss.